Sankt Marien – Delmenhorst

Homepage der Gemeinde Sankt Marien

Vertiefende Informationen zur Orgel

 

Die heutige Orgel in der St.-Marien-Kirche ist bereits das vierte Instrument in der Geschichte der katholischen Gemeinde. Bereits 1891 wurde der jungen Gemeinde für ihr erstes Kirchlein am Westergang eine kleine Orgel gestiftet.
Im Jahre 1920 erhielt die heutige St.-Marien-Kirche (erbaut 1901 – 03) ihre erste große Orgel. Das Instrument wurde von Anton Feith aus Paderborn erbaut und hatte 14 Register und eine Transmission, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Diese Orgel wurde beim Luftangriff auf die St.-Marien-Kirche am 26. November 1943 stark beschädigt und konnte nicht mehr gerettet werden.

Bald nach Kriegsende gab der damalige Pfarrer Propst Wilhelm Niermann bei der Orgelbaufirma Gebr. Krell in Duderstadt den Auftrag für eine neue Orgel mit 53 Registern, verteilt auf 3 Manuale, Fernwerk und Pedal. Die Beschaffung des nötigen Materials war jedoch schwierig, so dass die Ausführung des Auftrags zunächst nicht möglich war. Erst nach der Währungsreform 1948 konnten die Arbeiten aufgenommen werden.
Am 1. Pfingsttag, dem 5. Juni 1949, erfolgte die feierliche Einweihung der wiederaufgebauten St.-Marien-Kirche. Während des Pontifikalamtes erklang die fast fertige Orgel zum ersten Mal. In den 50er Jahren zeigten sich immer mehr Mängel an der Orgel, bedingt durch schlechte Materialien der Nachkriegszeit. Somit wurden schon bald Gutachten von Orgelbauern angefordert, das Instrument zu reparieren oder durch ein neues zu ersetzen.
Die Kirchengemeinde mit ihrem Pfarrer Dechant Albert Kröger entschieden sich im Jahre 1959 für einen Neubau.

Den Auftrag erhielt die Wilhelmshavener Orgelbaufirma Alfred Führer. Der damalige Organist von St. Marien, Günter Berger, erarbeitete die Disposition der Orgel. Er bemühte sich, eine Orgel zu konzipieren, die auf den Kirchenraum abgestimmt ist, die Wünsche der Gemeinde bei der Gottesdienstgestaltung berücksichtigt und dem neuesten Stand der Orgeltechnik und der Orgelentwicklung standhält.

Das Hauptwerk der Orgel hat einen ausgesprochen norddeutschen Charakter. Ausgenommen davon sind die “Spanischen Trompeten”, die im Zusammenklang einen majestätischen Kathedralklang erzeugen. Das Rückpositiv ist mehr der italienischen Tradition angenähert. Das Schwellwerk im III. Manual ist als französisches Bombardenwerk gebaut. Ein reizvolles Soloregister ist der Partialton, der sich besonders durch einen transparenten Bassbereich hervorhebt. Das Pedalwerk basiert auf einem 16´ Prinzipal, dessen Pfeifen in den Pedaltürmen des Prospekts zu sehen sind. Um ein präzises Spiel zu ermöglichen, entschied man sich für eine mechanische Schleifladenorgel.
Am Pfingstsamstag, dem 19. Mai 1961, konnte die neue Orgel eingeweiht werden. Am Pfingstsonntag übertrug Radio Bremen den Festgottesdienst und Günter Berger ließ zum ersten Mal die Klänge der Orgel über die Grenzen der Stadt hinaus erklingen.

Organist Michael Maria Schmutte ließ bei der Renovierung der Orgel 1992/93 einige Veränderungen am Pfeifenwerk und in der Elektrik vornehmen. Der Glockenton wurde durch eine Sesquialtera, das Geigenregal durch eine Vox Humana ersetzt. Die Quintade wurde in einen Bordun umintoniert. Die alte Setzerkombination wurde durch eine neue 32-fache Setzerkombination ersetzt. Die Koppeln, die bisher nur mechanisch
bedient werden konnten, werden jetzt elektrisch betätigt. Die gesamte Neu- bzw. Nachintonierung stand unter dem Bestreben, einen volleren Orgelklang zu erhalten.
Zu hören ist die Orgel auf einer CD zum Jubiläum 2003 100 Jahre Kirche St. Marien und 2004 125 Jahre katholische Gemeinde Delmenhorst, die Organist Udo Honnigfort und Trompeter Thomas Gerlach mit Werken von Telemann, Händel, Widor , Alain u.a. eingespielt haben.

Schleifladen, Spieltraktur elektrisch

32 Setzerkombinationen, Sequenzer

* neue bzw. veränderte Register

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